Boxershorts mit breitem Gummi

Hallo miteinander,

diese Boxershorts ist nach dem Schnittmuster (SM) von MDO&B Design entstanden. Ihr benötigt das Freebook (also kostenlos), welches ihr über diese Facebookgruppe herunterladen könnt. Die Aufnahme und der Download gehen ganz schnell und einfach. Dort findet ihr zwar auch eine Anleitung, aber ihr wisst ja, dass es in meinen Anleitungen immer extra anfängertauglich erklärt wird. Außerdem werde ich euch ein paar unterschiedliche Versäuberungsvarianten zeigen.

 

Hinweis #1: Ich verwende für die meisten Nähte eine Overlock. Es geht aber auch eine Nähmaschine mit Overlockstich oder einem anderen dehnbaren Stich. Als Notlösung ginge auch ein Geradstich und ein Zick-Zack-Stich, wobei bei beiden die jeweils größte Stichlänge eingestellt werden sollte.

 

Hinweis #2: Wir arbeiten hier mit dehnbaren Stoffen, d.h. es ist nicht ganz so leicht in der Handhabung wie feste Baumwollstoffe. Damit alles an seinen richtigen Platz kommt, muss man viel dehnen und ziehen. Das ist am Anfang etwas kniffelig, aber mit der Übung wird es besser. Mein Rat an euch, nehmt möglichst viele Klammern oder Nadeln und fixierst so viel ihr könnt. Dann ist das Nähen leichter und das Ergebnis schöner! :)

 

Das ist das Schnittmuster von MDO&B Design in S/M (wie Kaufgröße):

Falls ihr die Anleitung gerne ausdrucken oder euch für später speichern möchtet, ladet euch dieses PDF-Dokument runter. 

Download
Anleitung_Boxershorts.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.0 MB

VORSICHT BEIM ZUSCHNITT:

- Liegt der Stoff mit dem Muster richtig herum?

- Fadenlauf beachtet (siehe Pfeile auf SM)? Es ist wichtig die Dehnbarkeit des Stoffes nutzen zu können.

 

Nun solltet ihr also folgende Schnittteile haben:

  • 1 x Hinterteil (wurde im Stoffbruch geschnitten) JA, es muss ein klein wenig kürzer als das Seitenteil sein!
  • 2 x Vorder-/Seitenteil (davon 1 x spiegelverkehrt)
  • 4 x Mittelstück (davon 2 x spiegelverkehrt)

Außerdem benötigt ihr noch ein breites Gummiband!

1. Das Mittelteil wird doppelt genäht um keine kratzenden/scheuernden Nähte im empfindlichen Bereich zu haben. Dafür zunächst 2 Mittelteile an der jeweils geraderen Kante (siehe Bild) rechts auf rechts legen und zusammennähen. Das gleiche dann mit dem zweiten Paar machen.

2. Legt nun die beiden eben genähten Mittelteile links auf links (!) und steckt sie erstmal fest (das hat sich später als nützlich erwiesen). Danach müsst ihr das Mittelteil so dehnen, dass es an die lange Seite des Seitenteils passt und steckt es fest. Das ist tatsächlich der kniffeligste Teil im gesamten Nähprozess :( Also wenn ihr das geschafft habt, ist der Rest ganz leicht! Danach festnähen.

 

Mein Tipp: Markiert euch an beiden Teilen die jeweilige Mitte und macht einen kleinen Knips mit der Schere hinein (wirklich nur gaaaaaanz klein!!). Dann steckt ihr zunächst die beiden Enden zusammen, dann die markierte Mitte und könnt euch dann in den Zwischenbereichen noch Klammern setzen.

So sollte es dann aussehen (links= außen, rechts=innen):

3. Das gleiche macht ihr nun mit dem zweiten Seitenteil. Dann habt ihr die Vorderseite der Shorts bereits fertig! Jippieh!

4. Nun kommt der Popo dran :) Dafür Vorderteil und Hinterteil rechts auf rechts legen und an den Seiten zusammenstecken. NICHT WUNDERN: das Hinterteil ist ein wenig kürzer...ihr müsst es wieder dehnen und am besten mit der "in-der-Mitte-einen-Knips-machen"-Technik auf die gleiche Länge bringen und fixieren. Anschließend vernähen.

5. Nun wird die Schrittnaht zugenäht. Das sollte wieder ganz leicht gehen: mit Klammern fixieren und vernähen.

 

ACHTUNG: Solltet ihr mit einer Overlock nähen, dann achtet darauf das Stück gerade zu ziehen, sonst schneidet euch das Messer ein Loch in die Hose!

Für die Bündchen habt ihr nun mehrere Möglichkeiten. Obenrum habe ich mich für ein breites Gummiband entschieden. Aber auch dieses lässt sich unterschiedlich anbringen:

  1. Stoff versäubern und dann mit Zick-Zack-Stich annähen
  2. Stoff nicht versäubern und direkt mit einem Zick-Zack-Stich annähen
  3. Stoff doppelt umschlagen und dann mit einem Zick-Zack-Stich annähen

Zick-Zack-Stich immer deshalb, damit man das Gummi noch dehnen kann (beim Anziehen), ohne das die Naht reißt.

 

Mein Tipp: Nach dem Tragetest meines Freundes würde ich euch Variante 1 empfehlen. Das ist bequem und sieht auch noch in Ordnung aus. Bei Variante 3 könnten an manchen Stellen die Nähte zu dick werden...

Gummiband: Man sagt ja immer, Bündchen sollte so 0,7 oder 0,8 x Stofflänge sein. Ich habe das Gummi aber einfach "am Mann" ^^ angelegt und war sicher, dass es passen würde. Es waren dann 64 cm, was einem Faktor von 0,75 entspricht. 

 

6. Näht nun das Gummiband an den kurzen Kanten zusammen, indem ihr es ganz eng aneinander legt und mit einem breiten Zick-Zack-Stich 2-3 Mal drüber näht. Nun könnt ihr an an die bereits versäuberte obere Kante der Kante anlegen und fixieren. Das ist wieder etwas kniffliger, aber wenn ihr euch wieder zunächst alle 4 Seiten sowohl am Gummi als auch am Stoff markiert, fällt es leichter, die richtige Position zu finden. Nehmt euch hierfür ruhig Zeit!

Beim Nähen müsst ihr dann immer darauf achten, dass Gummi und Stoff nicht durchhängen sondern paralell verlaufen und gleich gleich lang sind! Sollte der Gummi nicht ausreichend gespannt werden, hängt der Stoff durch und ihr näht euch Falten rein.

 

Mein Tipp: Haltet das Gummi nicht nur vor, sondern auch hinter der Maschine gut fest. Durch den enormen Zug wird der Stoff nicht mehr richtig von der Maschine transportiert und kann somit nicht ordentlich genäht werden. Helft also ein wenig nach :)

Für die Beinbündchen habe ich wieder drei verschiedene Techniken getestet:

  1. Stoff umschlagen und direkt mit einem Zick-Zack-Stich vernähen
  2. Stoff zwei mal umschlagen und mit Geradstich vernähen
  3. Stoff zwei mal umschlagen und mit einem doppelten Geradstich vernähen (z.B. mit Zwillingsnadel, ich habe meine nicht benutzt wie man sieht -.-) 

7. Beinbündchen so nähen wie gewünscht. An dieser Stelle gibt es keine Empfehlung, da alle Varianten gleich gut funktionieren.

 

Meine Tipps:

- Bei den zweifach eingeschlagenen Bündchen lieber mehr Klammern als zu wenig zu benutzen.

- Die Naht würde ich im hinteren Teil beginnen, damit es unauffälliger ist. 

- Den Nähfuß, die Nähmaschinenmarkierungen oder einfach den Stoff als Leitlinie zur Hilfe nehmen um möglichst gleichmäßige Nähte zu bekommen.

Und fertig ist die Boxershorts!

 

Wenn man das Gefriemel mit dem Dehnen und dem Fixieren erstmal raus hat, dann näht sich so eine Boxershorts fast von selbst^^

 

Ich danke MDO&B Design für dieses tolle SM und auch für die Erlaubnis, diese Anleitung schreiben zu dürfen!

 

Nun also viel Spaß beim Nachnähen und falls noch Fragen sind, einfach fragen!

 

Jasmin

Lust auf mehr?


Kommentar schreiben

Kommentare: 0